Jahresprogramm 2012 



Der Kunstförderverein Schöningen e.V. besteht seit 1991; er hat zur Zeit 93 Mitglieder und wird ehrenamtlich geführt und verwaltet.. Die Stadt Schöningen stellt dem Verein die Ausstellungsräume kostenfrei zur Verfügung und trägt die Betriebskosten (Heizung, Strom, Wasser, Abwasser, Telefon). Sie unterstützt den Verein darüber hinaus im Rahmen ihrer haushaltsrechtlichen Möglichkeiten mit einem jährlichen Zuschuss zu den Projektkosten.

Der Verein ist Mitglied der Arbeitsgruppe Kunst der Braunschweigischen Landschaft e.V. Er arbeitet mit den örtlichen Schulen zusammen und veranstaltet im Drei-Jahres-Rhythmus eine Ausstellung mit Arbeiten von Schülern aller Schulformen zu einem bestimmten Thema. Zur Erweiterung seiner Möglichkeiten sucht der Verein die Zusammenarbeit mit anderen kulturell tätigen Vereinen des Ortes und der Umgebung.

Das erklärte Ziel des Vereins, die Förderung der Kunst, ist in doppeltem Sinn zu verstehen: Einmal gibt der Verein durch seine Tätigkeit Künstlern die Gelegenheit, ihre Arbeiten angemessen zu präsentieren, andererseits ermöglicht er dem Publikum in einem eher ländlichen Raum die Begegnung mit neueren künstlerischen Darstellungsformen. Der Verein ist daher bestrebt, bei der Auswahl der Bewerber für sein jeweiliges Jahresprogramm sowohl junge als auch ausgereifte Künstler zu berücksichtigen. Ebenso soll die beabsichtigte Bevorzugung von Künstlern aus der Region nicht zu einer Verengung des Spektrums führen.

Im Normalfall führt der Verein jährlich 5 Kunstausstellungen in seinen Galerieräumen durch, unternimmt – möglichst in Zusammenarbeit mit einer anderen Gemeinschaften des Ortes – eine Tagesfahrt mit kunstgeschichtlichem Schwerpunkt und unterstützt weitere örtliche Anstrengungen auf künstlerischem Gebiet. Die Tätigkeiten des Vereins werden in der lokalen Presse ausführlich gewürdigt, seltener in der überregionalen Presse.

 19.02. – 11.03.2012 Karmen Mottl,
Materialarbeiten geb. 1955 in Hildesheim 



  • 2006 Workshop Alexander Jeanmaire
  • 2007 Workshop Regina Hoppe
    Workshop Alexander Jeanmaire
  • 2008 Workshop Britta Eisen
  • 2010 Workshop Jelena Reinert
  • seit 2008 regelmäßige Workshops der Künstlergruppe Porschehütte Wolfsburg
    lebt und arbeitet in Velpke

 Ausstellungsbeteiligungen 

  • 2008 Wolfsburg, Porschehütte („Entdeckte Talente“)
  • 2010 Wolfsburg, Porschehütte
    Siegen, Kunstverein

 Einzelausstellungen: 

    2010 Wolfsburg, Porschhütte
    Peine, Golfclub

In ihren meist großflächigen Arbeiten stellt sich Karmen Mottl in die Tradition des Informel, die sie nutzt und weiter entwickelt, indem sie die Aussagekraft einer Vielfalt von Materialien erprobt. Sie ergänzt die Acrylfarbe mit Erden, Steinen, Rost, Feigenkaffee, Pappe, Metall auf den Leinwänden. Es ergeben sich stimmige Ensembles mit meditativer Tiefe, die Ahnungen von vor-bewussten Urkräften in Psyche und Natur erwecken können.

 15.04. – 06.05.2012 Mirko Schallenberg, Malerei 
geb. 1967 in Northeim



  • 1989 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig
  • 1995 Gründung der Malergruppe Konvention
  • 1997 Diplom Freie Kunst
  • 1998 Meisterschüler bei Prof. Hermann Albert
    Stipendium Hofbrauhaus Wolters, Künstlerhaus Meinersen
  • 2000-2002 Gründung der Galerie Konvention – Forum für Malerei, Berlin
  • 2002-2005 Gründung des Kunstvereins Blauer Salon e.V., Berlin
    lebt und arbeitet in Berlin

 Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 

  • 1996 Gelsenkirchen, Städtisches Museum (Karl-Schwesig-Preis 96)
  • 1997 Königswinter, Gästehaus Petersburg
  • 1998 Salzgitter, Städtische Kunstsammlung Salder (Salon Salder)
  • 2000 (u.öfter) Berlin, Galerie Konvention
  • 2002 Bad Frankenhausen, Museum
  • 2003 (u.öfter) Berlin, Kunstverein Blauer Salon
  • 2004 Helmstedt, Turmgalerie 333
    Berlin, Galerie Billib
  • 2005 Berlin, Galerie Open
  • 2006 Augsburg, Galerie Noah
    Marburg, Galerie Schmalfuß
    Hannover, Kubus
  • 2009 Meinersen, Künstlerhaus
  • 2010 Berlin, Galerie Friedmann-Hahn
    Aschau, Kunstverein

 Einzelausstellungen (Auswahl) 

  • 1999 Braunschweig, Galerie bs 15
  • 2000 (u.öfter) Berlin, Galerie Konvention
  • 2001 Hannover, Galerie artforum im Kubus
  • 2003 Berlin, Galerie scatch
  • 2004 Westerland/Sylt, Galerie Frebel
  • 2005 Berlin, Galerie Blauer Salon
  • 2006 Hameln, Kunstverein
    Aschau, Kunstverein
  • 2007 Berlin, Galerie Open
    Hannover, Kubus
  • 2008 Marburg, Galerie Schmalfuß
  • 2009 Berlin, Gotisches Haus
    Hannover, galerie Artfprum

Schallenberg malt alltägliche Gegenstände, die er vergrößert und in geometrischer Anordnung auf der Leinwand arrangiert. Auch der Hintergrund wird häufig in geometrische Farbfelder geteilt. Die Dinge bestechen durch die große Präzision ihrer Wiedergabe sowie durch die Vielfalt ihrer Oberflächen: Transparenz und Opazität, Mattheit und Glanz, Schwere und Leichtigkeit drücken sich in den großen Flächen aus. „Mit der Ernsthaftigkeit eines Spielers entwickelt Mirko Schallenberg die Gestalt und Ausdehnung der Körper und bestimmt das schlechthin Unbestimmte, ihre Leere.“ (Simon Pasieka, 2005) Die Bilder zeigen die Magie der Dinge, geben eine Ahnung von ihrem eigentlichen Wesen. In ihrem offensichtlich künstlichen Arrangement jedoch wird das Wesentliche als ein mögliches Konstrukt erfahrbar. „Insofern steht Schallenbergs Werk einerseits in der Tradition der metaphysischen Malerei, deutet diese aber zugleich im Medium der Malerei um. .. Im Gegensatz [zu der absolut seinsgläubigen Weltsicht jener Künstler] geht es Schallenberg eher um die Erforschung der Eigenwerte unseres Daseins…Damit partizipiert er an einer ganz anderen Bewegung in Kunst und Philosophie, welche sich als Reaktion auf die uneingeschränkt mögliche Dekonstruktion aller normativen Differenzen in der Postmoderne zu bilden beginnt. Man könnte sie – im Gegensatz zur metaphysischen Tradition – eine konstruktive Metaphysik nennen.“ (Harry Lehmann, 2005)

 03.06. – 24.06.2012 Heinz Israel, Malerei und Skulptur
geb. 1937 in Chemnitz 



  • 1951-1954 Ausbildung zum Werkzeugmacher
  • 1961-1964 Studium an den Fachhochschulen in Magdeburg und
    Berlin – Fachbereich Grafik-Design und Schriftgrafik
  • ab 1968 freiberuflich tätig in der Grafik, Malerei und Skulptur
  • seit 1968 Mitglied im Verband Bildender Künstler/BBK Sachsen-Anhalt
  • 2000 Arbeitsstipendium in der Malschule im Cranachhof/Wittenberg
  • seit 2007 Mitglied im BBK Braunschweig e.V.
    Lebt und arbeitet seit 1973 in Möser/Jerichower Land

 Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 

  • 1970 Berlin, Stadtbibliothek (Marken, Zeichen u. Signete)
  • 1977 Berlin, Museum (Gebrauchsgrafik)
  • 1992 Mannheim, Stadthaus (Malerei)
  • 2000 Stadthalle Immenstadt/Allgäu (Gesamtdeutsche Kunstausstellung)
  • 2001 Magdeburg, Johanniskirche (Deutsch-Deutsche Begegnung)
  • 2007 -2010 Braunschweig, Torhaus-Galerie (BBK Jahresausstellung)

 Einzelausstellungen (Auswahl) 

  • 1998 Magdeburg, Galerie Süd
  • 1999 Celle, Congress-Union
  • 2000 Egeln, Museum
  • 2001 Wittenberg, Stadtkirche
  • 2004 Magdeburg, Innenministerium
  • 2006 Braunschweig, St. Andreas
  • 2007 Pietzpuhl, Kavaliershaus
    Magdeburg, Walloner Kirche
  • 2009 Genthin, Kreismuseum
  • 2010 Magdeburg, Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt
    Braunschweig, Torhaus Galerie

 Preise und Stipendien 

  • 1984 und 1986 1. Preis im Plakatwettbewerb
  • 1988 Kunstpreis des Kreises Burg
  • 2000 Arbeitsstipendium in der Malschule im Cranachhof/Wittenberg

Mit Heinz Israel stellt der Verein einen Künstler vor, der in der DDR seine Ausbildung erfahren hat und dort künstlerisch tätig war, und der dabei eine eigenständige Position erworben hat. In seinem langen Künstlerleben hat sich Heinz Israel eine Reihe unterschiedlicher Techniken und Ausdrucksformen erarbeitet, von denen bei uns drei Gebiete zur Ausstellung kommen sollen: die Ölmalerei, die Email-Malerei und die Skulptur. Die expressiven Farbflächen der Ölmalerei bleiben teils ungegenständlich und entfalten dann ihre Wirkung allein aus der Dynamik ihrer Gruppierung. Oft aber schweben sie im Grenzbereich zwischen Figuration und Abstraktion und fügen sich zu Landschaften, Menschen- und Tierformen oder Anklängen daran und führen den Betrachter in eine aus Linie und Farbe konstruierte Gefühlswelt. Bei den Arbeiten mit Emailbrand auf Stahlblech nutzt Israel die Leuchtkraft des Emails. Seine Formen kombinieren klare Konstruktion mit gelenktem Zufall. Die Skulpturen nutzen unterschiedliche Materialien: Holz, Stein, Metall. Sie setzen sich vornehmlich mit dem Bild des Menschen auseinander.

 02.09. – 23.09.2012 Julia von Troschke, Bilder und Objekte
geb. 1971 in Ulm 



  • 1991-1993 Studium der Humanmedizin in Freiburg
  • 1993-1997 Studium Bühnenbild an der Universität der Künste in Berlin
  • 1998 Abschluss des Masterstudiums (mit Auszeichnung) am Central St. Martins College of Art in London und an der DAMU in Prag
  • Arbeit als Bühnen- und Kostümbildnerin Freie Künstlerin in Berlin, in Mailand, in Palermo lebt und arbeitet zur Zeit in Oberndorf am Neckar

 Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 

  • 1995 Berlin, Brotfabrik
    Berlin Prenzelberg
  • 2001 Berlin, Galerie Pussy Galore
  • 2003 Berlin, Milchhof
  • 2004 Mailand, Galerie il Milione
  • 2005 Mailand, Binario Zero
    Pavia, Università degli Studi
  • 2006 Como, Chiostro di Sant’Eufemia
    Emmendingen, Neues Rathaus I
    San Donato, Antico municipio
  • 2007 Como, Caserma De Cristoforis
  • 2008 Braunschweig, Galerie 21
  • 2009 Tuttlingen, Galerie der Stadt
  • 2010 Vence (Frankreich), DS Galerie
  • Villingen, Galerie petite
  • 2011 Brüssel, DS Galerie

 Einzelausstellungen 

  • 2005 Mailand, Galerie il Milione
  • 2006 Emmendingen, Galerie im Tor
    Mailand, Galerie Bianca Maria Rizzi
  • 2007 Braunschweig, Galerie 21
  • 2008 Oberndorf am Neckar, Rathaus
  • 2009 Pietrasanta (Italien), GestaltGallery
  • 2009 Rottweil, Villa Moker
  • 2010 Brüssel, DS Galerie
  • 2011 Tuttlingen, Galerie der Stadt

 Auszeichnung 

  • Vittuone (Italien), Paolo Parati, 1. Preis

Julia von Troschke beschäftigt sich vornehmlich mit dem Menschen, seinem Verhalten, seiner Identität und seiner Fremdheit. „Als empfindsame Beobachterin menschlichen Tuns und scharfe Analystin der Verhältnisse“ (Anne Mueller von der Haegen) zeigt sie Menschen einzeln und in Gruppen, deren Handlungen und Hoffnungen, deren Interaktionen und Isolation tragisch, ironisch auch belustigt dargestellt werden. Die Eindringlichkeit der Darstellung sowie das Allgemeingültige der Aussage werden gesteigert durch die schematische Flächigkeit und Vereinfachung der Figuren (Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck). In ihrer Starrheit und auch Verzerrung werden sie zu Metaphern und erhalten – ähnlich den mittelalterlichen Königsdarstellungen – eine zeichenhafte Aussagekraft. Auch die „Widerständigkeit des Materials“ (Tilman Raabke) trägt zum Eindruck des Archetypischen bei: Julia von Troschke arbeitet mit bedrucktem Stoff, Papieren aller Art, Jute, gefundenen Fotografien und besonders häufig mit rohem Holz, dessen Maserung Teil des Bildes wird; oft scheinen die Arbeiten dem Material geradezu abgerungen. „Julia von Troschke baut einen poetischen Kosmos, dessen Komplexität dem Schrecken wie dem Lachen, dem Denken und dem Fühlen Raum eröffnet.“ (Mueller von der Haegen)

 28.10. – 18.11.2012 Lars Eckert, Malerei 

Studium der Freien Kunst an der HBK Braunschweig bei Prof. Hinnerk Schrader und Arwed Gorella Meisterschüler von Prof. Lienhard von Monkiewitsch, lebt und arbeitet in Braunschweig.

 Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 

  • 1993 Braunschweig, Staatstheater
  • 1996 Braunschweig, Brauerei Feldschlösschen
  • 1999 Blankenburg, Kloster Michaelstein
  • 2000 Gifhorn, Kunstverein
  • 2001 Braunschweig, Galerie auf Zeit
  • 2002 Berlin, Bundesministerium für Umwelt-, Naturschutz und Reaktorsicherheit, (»Junge Kunst«)
  • 2003 Braunschweig, Galerie auf Zeit
  • 2004 Braunschweig, »Kunst8«
  • 2006 Celle
    Kunstverein Salzgitter
    »Salon Salder 2006
  • 2007 Hamburg, Galerie Carolyn Heinz
    Braunschweig, Galerie 21
  • 2009 Freiburg, Galerie pro arte
    Salzgitter, »Salon Salder 2009
  • 2010 Braunschweig, Galerie auf Zeit
    Hamburg, Galerie Carolyn Heinz

 Einzelausstellungen (Auswahl) 

  • 2000 Braunschweig, Galerie Buch & Kunst
    Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum
  • 2001 Braunschweig, Allgemeiner Konsumverein e.V.
  • 2005 Helmstedt, Turmgalerie 333
    Braunschweig, Rokoko-Pavillion
    Braunschweig, flecma-Projektraum
  • 2007 Braunschweig, Galerie Riddagshausen im Diakonischen Werk
  • 2009 Braunschweig, Galerie auf Zeit2010
  • 2010 Emmerich am Rhein, Kunstverein
    Braunschweig, Allgemeiner Konsumverein e.V.

Nach zahlreichen Arbeiten mit Objekten und Installationen hat sich Lars Eckert wieder der gegenständlichen Malerei zugewandt. Sowohl seine großformatigen Ölgemälde als auch die kleineren Zeichnungen in Bleistift und Öl auf Papier zeigen – „mit solider handwerklicher Kompetenz gemalt“ (Michael Stoeber) – Menschen in Situationen, die in sich unscharf sind, die der Deutung des Betrachters bedürfen. „Eckerts Bilder rufen förmlich nach Intervention. Danach, weiter gedacht und weiter erzählt zu werden.“ Wie in Film Stills sehen wir zwar Dinge und Personen klar vor uns, jedoch „die Relationen, Bezüge und Beziehungen zwischen den Protagonisten und ihrer Welt bleiben auf irritierende und verstörende Weise im Dunkeln“ (Stoeber). Der Betrachter kann sich den Rätseln des Sinns in diesen Alltagsszenen nicht entziehen und sieht sich so zwingend mit der Situation des modernen Menschen konfrontiert.